Wie geht's Kulturkita? – Ein Vormittag im Zeichen von "Kultur am Haken"
Am 15. Januar 2026 trafen sich Pädagog:innen aus mehreren hessischen Kulturkitas zum Gesprächsformat „Wie geht’s Kulturkita?“. Das Format fand zum fünften Mal statt und ist ein Angebot zum fachlichen Austausch unter den zehn Kulturkitas sowie ihren Prozessbegleitungen.
Moderiert von Kulturkita Hessen-Programmitarbeiterin Loredana Aha und durchgeführt von Astrid Lembcke-Thiel, die sich selbst als „forschende Sammlerin“ bezeichnet, entwickelte sich eine Gesprächsrunde, die ganz im Zeichen der Publikation „Kultur am Haken“ stand.
Fruchtiger Einstieg und Sommer im Raum
Der Workshop begann mit einem spielerischen Einstieg: Jede:r Teilnehmer:in sollte überlegen, welche Frucht oder welches Gemüse er oder sie im Moment wäre, und warum. Manche fühlten sich wie ein frischer Apfel – fit und voller Vitamine. Andere malten das Bild einer Maracuja – außen schrumpelig, innen überraschend geschmacksintensiv. Ein Granatapfel ist schwer zu öffnen, aber jede Mühe wert. So mag es wohl vielen morgens gehen. Gehaltvolle Kakaobohne? Knackige Möhre? So wurden alle auf kreative Weise eingeladen, über sich selbst zu sprechen, Gefühle zu teilen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Es entstanden kleine Dialoge, Nachfragen und viele Bilder im Kopf.
Nach diesem Gesprächseinstieg folgte ein Energizer, bei dem alle Teilnehmenden einen Gegenstand in ihrem unmittelbaren Umfeld suchten, der sie an den Sommer erinnerte. Viele Gelbtöne und Blumen regten das ästhetische Empfinden und wohlige Erinnerungen an Wärme an.
Kultur am Haken und Inspirationskarten
Anschließend ging es um die Idee von Kultur am Haken: Wie können Kinder durch sinnliche Erfahrungen, spielerisches Forschen und gemeinsames Entdecken Zugang zu Kultur finden? Die Workshop-Teilnehmenden wurden in die Konzeption der Publikation eingeführt und erlebten, dass Neugier und Kreativität in kurzer Zeit zu einem inspirierenden Gemeinschaftserlebnis werden können. Mit kurzen Impulsen, die in jedem Kita-Alltag ohne großen Aufwand eingebaut werden können, lädt „Kultur am Haken“ dazu ein, gemeinsam mit Kindern sinnlich wahrzunehmen, zu erkunden, zu erfahren, zu gestalten und sich in Gespräche zu verwickeln. Die Karten stecken voller anregender und praxiserprobter Inspirationen für ästhetisch-kulturelle Erfahrungen, die stets erweitert und verändert werden können.
Und plötzlich fragt man sich: Können Füße sehen? Tragen Stühle gerne Matschhosen? Wenn Seifenblasen platzen – ist das dann schon Musik? Und habe ich da etwa ein Museum in meiner Hosentasche?
Die Publikation bietet eine passende Schnittstelle zwischen den zwei Programmen Kulturkita Hessen und NFKB. Die teilnehmenden Kita-Teams nahmen die Anregungen zum Kultur am Haken interessiert auf. Da alle Kulturkitas mit der mittlerweile vergriffenen Publikation ausgestattet sind, kann sie immer wieder im Arbeitsalltag mit den Kindern verwendet werden, ideal zugeschnitten auf die Ziele von Kulturkita Hessen.
Und auch in die Kulturkita-Inspirationskarten und Give Aways der letzten beiden Fachtage wurde nochmal eingeführt: In die vielseitige Nutzbarkeit der Sammelboxen und die runden Spiegel am Haken, die nicht nur Kinder Raum, Gegenstände und sich selbst plötzlich aus anderen Perspektiven sehen lassen. Inspiration und Austausch untereinander zur guten Anwendbarkeit für Pädagog:innen und Kinder im Alltag standen im Mittelpunkt.
Eine Kita berichtete, das Tool auf Kinder-Augenhöhe angebracht zu haben, damit es für diese immer zu erreichen ist. Eine andere Kita überlegt, die Karten neu zu sortieren: für Pädagog:innen und für Kinder. So lässt sich das Kartenset individuell an Bedürfnisse anpassen!
→ Hier geht es zur ersten und zweiten Inspirationskarte, die auch digital verfügbar sind.