Zeit unter der Lupe: Fachtag in FFM
In Zeitlupe: Entdecken, was im Kleinen groß geworden ist
Unter diesem Motto kamen am 19. Mai 2026 im Crespo Haus in Frankfurt rund 70 Menschen zusammen, die eines verbindet: die Überzeugung, dass kulturelle Bildung in der Kita etwas bewegt. So wurde der Fachtag zu einem lebendigen Ort, an dem Menschen miteinander ins Gespräch kamen und vielfältige Ideen sichtbar wurden. Wir hielten die imaginäre Lupe auf die vergangenen und laufenden Kulturkita-Projekte.
Besonders schön war die Vielfalt der Perspektiven, die an diesem Tag zusammenkamen. Neben den Kulturkitas waren auch Kulturpartner:innen, Prozessbegleitungen und Vertreter:innen der Crespo Foundation und des HMSI anwesend. Der Fachtag wurde dadurch nicht nur zu einer Präsentation von Ergebnissen, sondern zu einem gemeinsamen Nachdenken darüber, was kulturelle Bildung in Kitas wachsen lassen kann und wie wichtig dafür gute Kooperationen sind.
Ankommen und Austauschen
Rückblick auf 1,5 Jahre Kulturkita Hessen – wie kann diese Vielfalt abgebildet werden? Wir entschieden uns für ein „Marktgeschehen“. Schon am Morgen entstand beim Aufbau der Marktstände eine besondere Atmosphäre. Die zehn Kulturkitas verwandelten den Raum nach und nach in einen lebendigen Ort voller Farben, Materialien, bebilderten Erinnerungen und Geschichten aus den vergangenen eineinhalb Jahren. In zwei Marktrunden hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Projekte kennenzulernen und sich inspirieren zu lassen.
Marktrunden voller Entdeckungen
Und genau das passierte den ganzen Vormittag über mit großer Offenheit und echtem Interesse. Die Marktstände waren durchgehend belebt. Es wurde gemalt, geklebt, ausprobiert und entdeckt. Blütenblätter wurden auf Papier gehämmert und hinterließen überraschende Farbspuren. Videos und Diashows machten Prozesse sichtbar, Musik tönte durch Kopfhörer, Materialien wurden neugierig betrachtet und angefasst. Überall entstanden Gespräche, Austausch und neue Verbindungen. Man konnte spüren, wie viel Herzblut, Kreativität und gemeinsames Lernen in den Projekten steckt.
Workshops am Nachmittag
Am Nachmittag öffneten die Workshops weitere kreative Räume. Es wurde mit Naturmaterialien gestaltet, gesungen, gesprungen, gelacht und geforscht. Die Teilnehmenden konnten noch einmal selbst erleben, wie viel künstlerisches und ästhetisches Potenzial im Alltag von Kindern steckt und wie wertvoll das gemeinsame Ausprobieren ist. Die Workshops wurden von der Hessischen Fachstelle Abenteuer Kindheit, der Musikerin Tess Wiley aus Gießen und dem Ubuntu e.V. aus Darmstadt gestaltet.
Ganztägig konnte außerdem ein wunderschön gestalteter „Kita-Kultur-Kiosk“ besucht werden, den Astrid Lembcke-Thiel entwarf und bespielte. Alle bisherigen Publikationen, die Website, Eindrücke und Materialien vergangener Fachtage und Impulse ergaben ein Gesamtbild, das Lust machte noch tiefer ins Thema einzutauchen. Ganz nach Kiosk-Art gab es aber selbstverständlich auch ein paar bunte Süßigkeiten.
Kreativer Abschluss des Fachtags
Ein besonderer Moment war der künstlerische Tagesrückblick mit Graphic Recorderin Johanna Benz, die vorher die Eindrücke des Tages live in Zeichnungen festhielt und daraufhin ihre Highlights vorstellte. Erneut wurde sichtbar, wie viele kleine Begegnungen, Ideen und Erfahrungen diesen Fachtag getragen haben.
Astrid Lembcke-Thiel überreichte den Kitas die neue, dritte Inspirationskarte zum Thema „Flexibel bleiben!“ und lud alle Anwesenden ein mit transparenten Tüchern einem kleinen ästhetischen Bewegungsimpuls daraus zu folgen. Einmal die Welt durch Kulturkita-Farben sehen!
Mit Rhythmus und Gedankenblitzen nach Hause
Und allen Teilnehmer:innen blieb sicherlich auf dem Heimweg der im Workshop von Tess Wiley entstandene Song im Kopf. Er wurde zum Abschluss des Tages vor allen vorgetragen. Die schmissige Refrainzeile „Ich bin total besessen von Kulturkita Hessen“ in Kombination mit einer dynamisch eingängigen Melodie überzeugte mit Ohrwurmpotential und sorgte für viel Schmunzeln.
Am Ende blieb das Gefühl, gemeinsam etwas Wertvolles erlebt zu haben. Der Fachtag war geprägt von Wärme, Aufmerksamkeit und echter Neugier füreinander. Er hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen sich Zeit nehmen, genau hinzuschauen, zuzuhören und miteinander kreativ zu werden.
Das Fazit: Aus vielen kleinen Momenten ist etwas Großes sichtbar geworden. Viele einzelne Personen an vielen verschiedenen Orten haben mit vielfältigen Ideen und Kulturpartnerschaften Begeisterung angeregt, Interesse auch in der Familienarbeit geweckt, neue Abläufe verinnerlicht, Kontakte geknüpft, Zeit investiert, individuelle Kapazitäten der Einrichtungen und individuelle Interessen der pädagogischen Fachkräfte genutzt. Was für ergebnisreiche 1,5 Jahre!
Alle Fotos in diesem Beitrag stammen von Jan Will.
Eindrücke aus dem Crespo Haus
Alle Kulturkitas haben sich vorgestellt und ausgetauscht
Kurzfilme, Stop Motion und Lieder wurden digital präsentiert
Gemeinsames Gestalten stand im Fokus
Auch ein Stuhl kann zum Kunstobjekt werden
Kunst mit der Farbe von Blütenblättern
Die Materialvielfalt begeisterte alle Teilnehmenden
"Malen" mit Diaprojektor
Nur eine Trommel?
Workshop von Ubuntu e.V.
Der Kita-Kultur-Kiosk mit einer Rundumschau des Programms
Workshop von Tess Wiley
Workshop von Abenteuer Kindheit
Abschlussrunde
Give Away - neue Inspirationskarte und bunte Tücher